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KUBA IST MEHR ALS RUM UND HEMINGWAY


Text von Rosa Hackl


Wer kennt sie nicht - die Bacardi Werbung, aber verbindet man auch Kuba damit ? Hier wurde nämlich der Bacardi erfunden. Bacardi ist der Familienname des Firmengründers, Don Facundo Bacardi, der im 19. Jahrhundert aus Spanien nach Kuba einwanderte. Er fand den landestypischen Rum zu hart und rauh, beschloß ihn zu "zivilisieren" und entwickelte eine völlig neue Brennmethode.

Sein Rum war so mild und weich, daß man ihn auch pur genießen konnte. Mit dem Kauf einer kleinen Destillerie auf der "Zuckerinsel" Kuba wurde schließlich 1862 die Firma Bacardi gegründet. Mittlerweile ist das Unternehmen, dessen Markenzeichen die Fledermaus ist, in der 7. Generation in Familienbesitz. Fledermäuse gab es unter dem Dach der kleinen "Urbrennerei" viele, in Katalonien der Heimat der Bacardis steht die Fledermaus für Glück und Eintracht, so ist es nicht verwunderlich, daß Don Facundo sie zum Markenzeichen seines Rums wählte. In Santiago de Cuba befand sich für etwas weniger als 100 Jahre der Hauptsitz der Firma, erst 1960 aufgrund der Revolution wurde der Firmensitz in andere karibische Länder verlegt. Bacardi Rum, nach einem geheimen Familienrezept hergestellt, das von Generation zu Generation vererbt wird, wurde zur Grundlage einiger , weltweit bekannten Mixgetränke - dem Cuba Libre, dem Daiquiri und dem Mojito

CUBA LIBRE

Die Autos stammen noch immer meist aus den 50er Jahren. Der Cuba Libre aus dem 19. Jahrhundert. Tagsüber vertrieben US - Soldaten die Spanier von der Insel, abends versetzten sie ihr Cola mit Rum, als der Gin zur Neige ging. Der "Cuba Libre" war geboren. Er ist wahrscheinlich der populärste Longdrink der Welt. Er kam während eines Konflikts zwischen den USA und Spanien zur Welt. Während des spanisch-amerikanischen Befreiungskampfes trafen der spätere Präsident Teddy Roosevelt, die Rough Riders Kavallerie und viele Amerikaner auf Kuba ein. 1898 soll ein Hauptmann dieser Truppe erstmals sein Cola mit Bacardi und Eis gemixt und es mit solcher Begeisterung getrunken haben, daß alle Offiziere seinem Beispiel folgten. Die Stimmung erreichte in den Wilden Zwanziger Jahren ihren Höhepunkt. Während in Amerika die Prohibition verhängt wurde, riet John Trippl, Gründer von PanAm, enthusiastisch : "Fliegen sie nach Havanna, baden sie in Bacardi Rum". Mit Fidel Castro und der Revolution fand das bunte Treiben ein jähes Ende und der Schlachtruf "Cuba Libre" gewann eine völlig andere Bedeutung.

DER DAIQUIRI

Sein Erfinder war ein amerikanischer Bergbauingenieur namens Jennings Cox, der in der kleinen Ortschaft Daiquiri arbeitete. Um die Arbeiter bei Laune zu halten zahlte man ihnen damals fürstliche Gehälter, Zigarren und eine Gallone (ca. 4 Liter) Bacardi jeden Monat. Jennings Cox experimentierte jede Nacht mit seinem Bacardi und den verschiedensten Zutaten um einen "perfekten Cocktail" zu kreieren. Mit dem Daiquiri ist ihm das gelungen - frischer Limonensaft, Zucker, zerstoßenes Eis und Bacardi Rum Carta Blanca sind die Zutaten dieses karibischen Drinks. Im Hotel Venus, im nahe gelegenen Santiago de Cuba präsentierte Cox schließlich seinen Mix und hier bekam er auch seinen Namen : Daiquiri, nach dem kleinen Minenort in dem Jennings Cox und seine Arbeiter lebten.

DER MOJITO

Der Mojito ist Kubas heimliches Nationalgetränk - seinen Basis ist ebenfalls Bacardi, der Rest ist immer das Geheimnis des Barkeepers. Seine genaue Rezeptur ist noch immer eine Wissenschaft für sich. Im Prinzip nehme man Bacardi, Limonensaft, Rohrzucker, und Eis, schüttle anschließend die Mixtur und serviere sie mit frischen Minzblättern. Hemingway, der keinen Rohrzucker verdauen konnte, aber ein begeisterter Mojitotrinker war, hatte sein eigenes Rezept - statt Rohrzucker verwendete er "Gustos Maracino", einen kubanischen Kirschlikör. Wer auf den Spuren Hemingways wandeln möchte, der sollte in Havanna die Bars Bodeguita del Medio und Floridita besuchen und die berühmten Cocktails ausprobieren.

MUSIK

Ohne die kubanische Musik, den Rumba, Cha Cha Cha, Son, Mambo und nicht zuletzt dem Jazz, wäre das Cuba Libre - Karibik - Bacardi Feeling sicher nur halb so schön. Die Musik Kubas ist wieder "in". Der Buena Vista Social Club hat die Musik des kleinen kommunistischen Staates vor der Haustür Amerikas wieder bekannt gemacht. Kubas Musik ist mindestens so vielfältig wie die Kultur und Landschaft. "Salsa" heißt auf Deutsch "Soße" und bezeichnet eine bestimmte Art von lateinamerikanischer Tanzmusik, die seit den 70er Jahren weltweit getanzt wird. Die Kernsubstanz - die Knochen und das Fleisch - aus der diese Soße gekocht wird, stammt aus Kuba, dem kulturellen Mittelpunkt der Karibik. Hier entstanden verschiedene Musik - und Tanzformen als Mischung zwischen europäischer, afrikanischer und indianischer Kultur. Es war vor allem spanische und französische Musik, die sich mit afrikanischen Rhythmen der Yoruba, der Lucumi, der Bantu und der Congo vermischte.

SALSA IST MEHR ALS EINE SCHARFE SOßE

Salsa ist auch mehr als ein Rhythmus oder Musikstil, sie ist die Vereinigung aller musikalischen Tendenzen, die in der gesamten Karibik anzutreffen sind. Kubanischen Wurzeln entsprungen, in New York in den 70er Jahren musikalisch angereichert, hat sich die Salsa weltweit ausgebreitet. Auf Kuba, ihrem Ursprungsland wird Musik nicht nur gespielt, sie wird gelebt. Sie entstand aus dem Son. Er ist die Musik der Mulatten, die Vermischung afrikanischer und europäischer Elemente. Zum Markenzeichen der kreolischen Kultur wurde der Son, weil sich zum ersten Mal weiße und schwarze Kubaner mit der selben Musik identifizieren konnten. In den 20er Jahren verbreitete er sich über die ganze Insel. Der blinde Tres - Spieler (Gitarrist) Arsenio Rodriguez leitete 1940 eine neue Phase für den Son ein - er erfand den Orchestertyp des "conjunto" und schuf damit die Basis für den New Yorker Salsa. Es ist unvorstellbar, daß in irgendeinem Winkel von Havanna nicht Musik gemacht oder gehört wird. Weitere "Zutaten im Salsa - Topf" sind Mambo und Cha Cha Cha. und nicht zuletzt die Rumba. Sie entstand als Musik zum Feiern und Tanzen, als musikalische Unterhaltung aus den Sklavenbaracken, Mietskasernen und Vorstädten. Sie ist eigentlich eine "schwarze" Musik, die von den Sklaven entwickelt wurde um den schweren Alltag zu überleben.

Rumba ist in Kuba der Oberbegriff für drei sehr verschiedene Rhythmen : yambu, columbia und guaguanco. Letzterer ist jener Rhythmus der in Europa als Rumba bekannt wurde. Er war ursprünglich so etwas wie eine "klingende Zeitung" - politische Ereignisse, Skandale, Witze und dergleichen wurden zur Musik gesungen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dazu auch ein Tanz kreiert. In ihm vereinen sich Elemente des Flamenco, die Tanzschritte der kleinen Abakua Teufel und die kubanische Sandale. Die populäre Musik Kubas ist ein explosives Mischprodukt in dem sich auch die wechselvolle Sozial - und Kulturgeschichte des Landes spiegelt. Die Gemüseeinlage der Suppe ist schließlich der nordamerikanische Jazz. Schon seit den 20er Jahren besuchten kubanische Musiker auf ihren Tourneen regelmäßig New York und ließen sich dort auch nieder. Dadurch kam es zu einem regen musikalischen Austausch zwischen Havanna und New York und zu einer Vermischung kubanischer Rhythmen und nordamerikanischen Jazz. Aus dem Swing und dem Beebop einerseits und der kubanischen Musik anderseits wurde eine neue, jazzige Stilform des Mambo kreiert, der CuBob. Diese "Ehe" wurde in den 50er Jahren von den in New York lebenden kubanischen Musikern Machito, Mario Bauza und Chico O'Farril gestiftet. Mario Bauza kam 1930 als Trompeter nach New York und wurde kurze Zeit später Komponist und Arrangeur in den Jazzbands von Chick Webb und Cab Calloway. Dort besorgte er einem jungen Trompeter namens Dizzy Gillespie ein Engagement - daraus wurde eine engen Freundschaft und die Geburtsstunde des Latin Jazz.

KULTUR UND LANDSCHAFT

Kuba, die westlichste Insel der Großen Antillen, liegt gerade mal 150 Km von Key West, der Südspitze Floridas entfernt. Auf einer Fläche von 1205 mal 120 Kilometern leben heute die Nachkommen indianischer Ureinwohner, Europäer und schwarzer Sklaven. Aber nicht nur Rum, Havannas und Musik haben Kuba bekannt gemacht - auch die Insel selbst ist wunderschön und mindestens eine Reise wert. Die größte Insel der Karibik hat einiges zu bieten, abwechslungsreiche Landschaften erstrecken sich auf 1000 Kilometern zwischen Cabo San Antonio im Westen und Guantanamo im Osten. Rote Erde und Tabakanbau in der Sierra de los Organos, 2000 Meter hoch der Pico Turquino, berühmte Strandmeilen wie Varadero und Guadalavaca, aber auch großflächige Reisanbaugebiete und Zuckerrohrfelder, Mangrovenwälder, Thermalquellen und ein Biospähren Naturreservat. Unter Denkmalschutz steht auch das prachtvolle Trinidad sowie die Altstadt von Havanna, ein Weltkulturerbe mit historischem Flair. Kopfsteinpflaster, Kolonnaden und Kolonialhäuser. Auf Kuba gibt es viel zu sehen. Ob man nun auf der Finca Vigia und in dem kleinem Fischerdorf Cojimar auf den Spuren von Hemingway wandern will, durch die kolonialen Straßen und Plätze von Havanna bummelt oder dem Tal von Vinales mit seinen berühmten Kegelbergen, das aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit und Einzigartigkeit von der UNESCO zum Kulturerbe erklärt wurde, einen Besuch abstattet, bereits die Umgebung Havannas wäre diese Reise wert.

Dringt man weiter in die Insel vor begegnet einem neben faszinierender Landschaft auch eine vielfältige Fauna und Flora, die man am besten in den vielen Botanischen Gärten Kubas kennen lernt, sowie wunderschöne Kolonialstädte. Camagüey zum Beispiel hat mit 300 ha das größte koloniale Zentrum der Karibik. Die Hafenstadt Santiago de Cuba ist die exotischste Stadt der Insel mit vielen kolonialen Gebäuden, Straßen und Plätzen im Zentrum. Ganz in der Nähe liegt der 65.000 Tonnen schwere Felsen Gran Piedra der einen atemberaubenden Ausblick in die Umgebung bietet und die alte Kaffeeplantage "La Isabelica" in der man sich in die Zeit der großen Pflanzerfamilien a la "vom Winde verweht" versetzt fühlt. In der Provinz Holguin liegt die Wiege des Tabakanbaus, hier entdeckte der Spanier Rodrigo de Xerez, ein Begleiter von Kolumbus 1492 die Tabakpflanze, die er später nach Spanien brachte. Das Städtchen Matanzas, in der Nähe des bekannten Badeortes Varadero gilt als das "Athen Kubas" - Langweilig ist eine solche Inselrundfahrt nicht, denn Kuba ist viel mehr als eine karibische Badedestination. Die Kubaner sind lebensfrohe, freundliche Menschen die trotz ihrer sozialen und wirtschaftlichen Probleme das Lachen nicht verlernt haben. Ihre warmherzige Art; ihre Lebensfreude, ihre Musik macht Kuba neben all seinen anderen Attraktionen zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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