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''MOBY DICK'S ERBEN''


Whalewatching und Naturerlebnis auf der Baja California

Text und Fotos: Fred Vnoucek


Genaugenommen handelt es sich gar nicht um Nachkommen von Moby Dick, der - wie wir aus der Erzählung von Herman Melville wissen - ein Pottwal war.

Grauwal Überwiegend bekommt man beim Whalewatching in diesem Teil der Erde Grauwale zu Gesicht, die aber nicht minder beeindruckend sind. Daneben gibt es auch Blauwale, Buckel- und auch Pottwale, aber nur in sehr geringerer Zahl.

Der Februar ist die beste Zeit, um die mächtigen Säugetiere zu beobachten. So packe ich zeitgerecht meinen Koffer und die Kameraausrüstung und starte zur Expedition auf die 'Baja'. Begleitet werde ich von Dr. Christian Jäger und Alejandro Hernandez, der einer der qualifiziertesten Reiseleiter Mexikos ist und hervorragend deutsch spricht. Gemeinsam besteigen wir die Maschine der Aeromexico, der uns nach La Paz, einem der Hauptorte der Baja California, bringt. Die Halbinsel ist gut erschlossen, man kommt mit dem Auto, dem Bus oder auch dem Motorrad gut voran. Die Straßen sind asphaltiert. Nur auf entlegenen Nebenrouten ist man auf ein allradgetriebenes Fahrzeug angewiesen. Ständig gegenwärtig - die Saguaro Kakteen - die vom Süden Arizonas bis hierher ihr Verbreitungsgebiet haben. Riesige Kakteenwälder säumen die Straßen. Begrenzt wird die Baja im Westen vom Pazifik, im Osten von der Sea of Cortez. Im Norden stellt Kalifornien und damit die Vereinigten Staaten die Grenze dar.

Die Lagunen, welche den Grauwalen als Kinderstube dienen, liegen an der Westküste bei Guerrero Negro und San Ignacio. Wir konnten alle diese Buchten besuchen und unvergeßliche Eindrücke sammeln. Besonders das Camp an der Bahia Ignacio wird in Erinnerung bleiben. Nach längerer holpriger Fahrt erreichen wir das Zeltlager, schlafen kann man auf Campingbetten in 2-Mann Kuppelzelten oder in einfachen Holzhüttchen; eigene Ausrüstung wird keine benötigt - Schlafsäcke und Polster sind vorhanden.

Eine reichhaltige Vogelwelt bewohnt die umliegenden Mangrovensümpfe. Man kann stundenlange Spaziergänge am Strand unternehmen. Mehrmals geht es mit dem Boot hinaus auf die Lagune, zu den mächtigen Grauwalen. Wenn der Kopf und ein Teil des Rumpfes aus dem Wasser ragen, nennt man das 'Spyhopping', dabei dürfte es sich um reine Neugier der riesigen Meeressäuger handeln, die sich auch von Geräuschen wie Singen oder Trommeln ganz nahe an das Boot locken lassen. Manchmal meint man, das mächtige Maul schadenfroh grinsen zu sehen. Vor allem nachdem der Wal neben dem Boot 'ausgeblasen' oder mit der Schwanzflosse die Oberfläche des Meeres gepeitscht hat, was üblicherweise dazu führt, dass 'Mann und Maus' ein Duschbad nehmen. Zurück im Camp werden die Erlebnisse besprochen und wir bereiten uns auf die nächste Ausfahrt vor.

Still und heimlich hoffen wir, daß die Kamera auch die nächste 'Attacke' der Grauwale überlebt. Nach Einbruch der Dunkelheit sitzen wir gemütlich bei einem Drink im Gemeinschaftsraum, manchmal kann man von hier die 'Gesänge' der Wale hören. Grauwal

Am nächsten Morgen weckt uns Motorenlärm. Die kleine Sportmaschine, welche uns auf die Insel Cedras bringen soll, ist bereits im Landeanflug. In wenigen Minuten erreichen wir die Schotterpiste, das Gepäck wird verladen und wir verlassen das romantische Camp an der Bahia San Ignacio. Mehr als zwei Stunden dauert der Flug nach Norden, ehe wir auf der Insel Cedras landen. Wir sind überrascht, daß wir hier unsere Uhren um eine Stunde zurückstellen müssen. Auf Cedras ist bereits Pazifik-Zeit ! Noch überraschender ist, daß es auf dieser Insel, mit Ausnahme einer Anlage zur Salzgewinnung, nichts gibt. Wir landen, steigen aus der Maschine und stehen da mit unseren Rucksäcken, etwas verlassen und fern der Heimat. Zum Glück haben wir Alejandro dabei, welcher mit einiger Mühe einen Fischer überreden kann, uns sein Motorboot zu vermieten. Aber die See-Elefanten-Kolonie auf der Insel, die kennt der Fischer nicht. Also fahren wir drauf los, als nach zwei Stunden Bootsfahrt immer noch nichts zu sehen ist, verabschieden wir uns bereits geistig von den See-Elefanten, da doch unser Flugzeug auf den Rückflug wartet. Der Pilot hat entschieden darauf hingewiesen, daß er nur bei Tageslicht fliegen kann und wir rechtzeitig zurück sein sollen. Wir fahren den letzten Strand auf dieser Seite der Insel an. Dort sind sie, die See-Elefanten. Mächtige Tiere, die Bullen mit einem Rüssel, der im Wasser eine Schnorchelfunktion innehat. Leider haben wir viel zu wenig Zeit, man sollte den ganzen Tag hier verbringen. Als uns dann bei der Rückfahrt der Außenbordmotor streikt, stellen wir uns bereits auf eine Nacht auf Cedras (ohne Unterkunftsmöglichkeit) ein. Aber wie durch ein Wunder schaffen wir es doch noch, nach einem etwas kürzeren Flug landen wir direkt in San Ignacio, wo unser Auto parkt.

Zurück in La Paz lassen wir in einem Strandhotel die letzten Tage ausklingen. Eine Tagestour zum Seelöwenfelsen wird von Christian zum Schnorcheln genutzt, ich wage mich mit Pressluftflasche und Neopren-Anzug in die kalte 'Sea of Cortez' zu einem Tauchgang gemeinsam mit den Seelöwen.

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