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Floridas Knuddelmonster


Reisebericht und Fotos von Fred Vnoucek


Es ist etwas Eigenartiges, während eines Gewitters in einem kleinen Motorboot zu sitzen und auf dem Crystal River zu kreuzen. Wir sind in Florida, auf der Suche nach den possierlichen Seekühen - den Manatees.

Das Wetter zeigt sich tatsächlich nicht von seiner besten Seite, als wir in Crystal River beim Tauchshop das Boot und die Ausrüstungen übernehmen. Es ist relativ kühl, obwohl Sommer ist. Auch hier im Süden der Vereinigten Staaten spielt das Klima verrückt. Wir lassen uns jedoch nicht beirren, alles ist im Boot verstaut. Ich starte den Außenbordmotor und kraftvolle 4,5 PS geben uns den notwendigen Vorwärtsschub. Während der Anreise in die Futtergebiete der Manatees haben wir noch Zeit, die letzten Tage zu rekonstruieren. Nach unserer Ankunft waren wir in Key West und erforschten den bevorzugten Aufenthaltsort von Ernest Hemingway ebenso wie die Unterwasserwelt der Florida Keys. In den Everglades haben wir den Alligatoren einen Besuch abgestattet und in Disney World der Micky Maus die Hand geschüttelt.

Nun sind wir am eigentlichen Ziel unserer Reise eingetroffen, in der Heimat der Manatees an der Nordwestküste Floridas. Nach einer halben Stunde Fahrt erreichen wir die Quellen des Flusses, die Wassertemperatur beträgt konstant über das Jahr 21 Grad Celsius. Das ist der Grund, warum sich hier im Winter hunderte Seekühe aufhalten. Im Sommer sind es immerhin noch ein paar Dutzend. Es blitzt und donnert, ein letzter Check und ich plumpse rückwärts über Bord. Das Wasser ist angenehm warm, verglichen mit der Lufttemperatur. Die Sicht ist schlecht und die Manatees haben gerade was anderes vor. So geht's mir auch bei den nächsten beiden Süsswasserquelltöpfen. Übrigens, Blitze kann man sogar unter Wasser sehen.

Aber ehe der Frust zu groß wird, entdecke ich 2 Seekühe direkt beim Boot. Bald bemerke ich, das das Tauchen mit Gerät nicht optimal ist.

Die Manatees fürchten sich vor den Luftblasen aus dem Atemregler. So kommt's, das die Tiere vor mir flüchten und sich um meine Reisebegleiterin Biggi scharen, die nur mit Flossen und Schnorchel unterwegs ist. Deswegen klettere ich zurück ins Boot, die Ausrüstung wird wieder abgelegt und lediglich mit Schnorchel und Kamera bewaffnet hüpfe ich zurück in den Fluß. Der Erfolg stellt sich sogleich ein.

Die Tiere kommen ganz nahe heran und möchten gekrault werden. Gar nicht genug kriegen die von den gebotenen Zärtlichkeiten.

Biggi ist froh über meine erneute Anwesenheit, da bereits die Kraft in ihren Armen nachlässt. Gar nicht einfach, so eine ausgewachsene Seekuh mit ausreichenden Streicheleinheiten zu versorgen. Es ist genug Gelegenheit, Schnappschüsse mit der Kamera zu machen, aber die meiste Zeit verbringt man in direktem Kontakt mit diesen sanften Geschöpfen. Bedauerlicherweise müssen wir feststellen, dass es kaum ein Tier ohne Verletzungen gibt. Die meisten Blessuren sind wahrscheinlich auf Schiffsschrauben zurückzuführen. Da helfen anscheinend auch die zahlreichen Hinweistafeln entlang des Crystal River nichts.

Alles in allem, ein sehr gelungenes Taucherlebnis und eine Bereicherung unserer Floridareise, dieser unvergeßliche Kontakt mit den Seekühen Floridas.

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