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ALASKA

the last frontier

Reisebericht und Fotos von Fred Vnoucek und Dr.Christian Jäger


Alaska kann man auf verschiedene Arten bereisen und erleben. Eine davon wäre, mit dem Mietwagen oder dem Motorhome die Runde 'Anchorage - Denali Nationalpark - Fairbanks - Valdez - Anchorage' zu drehen. Eine andere Möglichkeit ist die Teilnahme an einer organisierten Rundreise, welche voraussichtlich derselben Route folgt. Beides ist empfehlenswert, natürlich kommt es darauf an, was man selber für Vorstellungen hat.

Die Route weist eine Vielzahl von Höhepunkten auf. Erlebnis, wilde Tiere und 'Natur pur' sind die Schlagworte. Wir haben vor, Ihnen in diesem Bericht auch Bereiche Alaskas vorzustellen, die 'off the beaten track' liegen. Vieles davon kennt man aus Filmen, Fernsehsendungen oder Erzählungen, man weiss nur nicht immer 'wo man das schon gesehen hat ....' hier ist unsere Erzählung:

Wasser gischt auf und wir werden in die Sitzgurte gedrückt, als das Wasserflugzeug aufsetzt und dadurch abrupt abbremst. Erst vor kurzem sind wir in King Salmon gestartet, nun sind wir auf dem Naknek-See inmitten des Katmai-Nationalparks gelandet. Es ist das Reich der großen Bären und - für wenige Wochen im Jahr - der Lachsfischer. Die Petrijünger reisen aus aller Welt an, um die Gelegenheit zu nutzen, Sockeye oder Chinook Lachse auf ihrem letzten Weg flußaufwärts zu den Laichplätzen zu fangen. Bereits viel länger haben sich die Braunbären diese jährliche Wanderung zu nutze gemacht.

Die Wasserfälle des Brooks River gleichen dem Schlaraffenland - aus der Sicht der Bären. Jedes Tier hat seine eigene Fangtechnik entwickelt, welche auch an den Bärennachwuchs weitergegeben wird.

Drei Generationen von Tieren besuchen regelmäßig die Fälle, um hier zu speisen. Manchmal genügt es, mit geöffnetem Maul in der Strömung zu warten. Wehe dem Lachs, der gerade im falschen Moment aus dem Wasser springt!

Im Bereich der Brooks Lodge sind die Bären allgegenwärtig und haben absoluten Vorrang, dafür sorgen die anwesenden Parkranger. Bei den Wasserfällen kann man die Tiere gut beobachten und fotografieren. Im Sommer ist es hier sehr lange hell, man hat ausgiebig Zeit und gutes Fotolicht, sollte man das Glück haben und in der Brooks Lodge wohnen.

Ansonsten kommt man mit den Tagesgästen am Vormittag an und fliegt am Nachmittag wieder weg. Davor und danach gehört Brooks nur den Bären und einer Handvoll Touristen. Die Lodge liegt lediglich einen Kilometer vom Wasserfall entfernt. Die wenigen Zimmer sind lange im voraus ausgebucht. Ebenso verhält es sich mit dem nahegelegenen Campingplatz. Falls man kein Glück hat, kann man sich entweder mit einem Quartier in King Salmon, einer Tagestour zu den Brooks Falls oder mit der Hoffnung auf das nächste Jahr trösten. Man sollte schon 2 oder 3 Tage Aufenthalt einplanen, es bieten sich mehrere Ausflugsmöglichkeiten an. Man kann ein Kanu mieten, um vielleicht vom Wasser aus Bären am Ufer zu sehen und beschaulich die Natur zu genießen. Sehr lohnend ist der Ausflug in das 'Valley of the 10 000 Smokes', einem Zeugen des Vulkanausbruches des Novarupta am Jahre 1912. In Katmai gibt es mehr als ein dutzend aktive Vulkane.

Zwischen dem Katmai NP und der Insel Kodiak gibt es keinen Linienflugverkehr. In Alaska ist das Chartern eines Wasserflugzeuges nichts Besonderes, viele Orte können nur aus der Luft versorgt werden. Deswegen gibt es - relativ gesehen - mehr Flugzeuge als Luxusautos in Alaska. So sitzen wir wieder in einem Wasserflugzeug, auf dem Weg nach Kodiak. Erst einmal angekommen, sind wir längst noch nicht am Ziel. Wir wechseln das Flugzeug und eine weitere Stunde im Floatplane bringt uns zur Zachar Bay Lodge an der wilden Westküste der Insel. Diese außergewöhnliche Lodge 'am Ende der Welt' ist etwas Einmaliges, vor allem für Fischer und Jäger. Die Insel Kodiak ist die Heimat der größten Braunbären der Welt, und das Meer um die Insel ist fischreich. Übrigens, Christian ist offensichtlich der erste Österreicher, der sich im Gästebuch der Lodge verewigen darf. Man kann mit dem Motorboot die felsigen Buchten der Insel erkunden, Wanderungen in Begleitung eines Führers unternehmen oder an einem Jagdausflug teilnehmen. Bären gibt es überall, im Gegensatz zu Brooks sind die Tiere hier auf Kodiak aber schwer zu entdecken und bestenfalls aus der Ferne zu beobachten.

Der Rückflug gestaltet sich etwas schwierig, man muss in dieser Gegend der Welt stets mit Schlechtwetter rechnen. Unser Buschpilot trotzt den Elementen und nach einigen aufregenden Stunden kommen wir zurück nach Anchorage.
Eine Fahrstunden nach Norden, erreichen wir Denali, einen der bekanntesten und vielbesuchten Nationalparks Alaskas, am Fuße des Mount McKinley gelegen. Es ist einer der seltenen Tage, an denen der mächtige Berg in voller Größe zu bewundern ist. Zu oft ist das Massiv von Wolken verhangen, es handelt es sich um die höchste Erhebung Nordamerikas. Eine Szenerie, wie man sie nicht häufig finden kann. Der eisbedeckte Bergriese vor stahlblauem Himmel, umgeben von der undurchdringlichen Wildnis des Denali-Nationalparks. Die einzige befestigte Straße, die durch den Nationalpark führt, ist für den privaten Autoverkehr gesperrt. Nur der Shuttlebus der Nationalparkverwaltung darf dort fahren. Rechtzeitige Anmeldung ist notwendig, besonders für die Fahrten am frühen Morgen.
Natürlich hält der Bus an allen interessanten Punkten und bei Begegungen mit wilden Tieren. Ohne Vorbuchung hat man kaum eine Chance, im oder in unmittelbarer Umgebung des Denali-Nationalpark unterzukommen. Es gibt zahlreiche Motels, Lodges und Campingplätze, doch auch hier ist die Saison kurz und die Touristen sind zahlreich.

Nach diesem 'Abstecher' in das Landesinnere zieht es uns zurück ans Meer. In Valdez besteigen wir ein Charterboot, um an einer Tour teilzunehmen. Vorbei an Eisbergen führt die Fahrt zur Growler Insel, wo wir die Nacht verbringen. Man hört das Knacken des Eises, vom Ufer aus kann man Seeottern, Vögel und Wale beobachten. Noch immer kann man an den Küsten Alaskas Spuren der Umweltkatastrophe erkennen, die hier von einigen Jahren die Umwelt gefährdete. In der Zwischenzeit nehmen wir solche Katastrophen kaum mehr zur Kenntnis: ein Ölteppich in Venezuela und zugleich ein anderer vor der Isla Lobos in Uruguay ist der aktuelle Stand der Dinge. Hier in Alaska haben die Menschen Unglaubliches geleistet und beinahe den Schaden behoben. Nach dieser Bootsfahrt fahren wir zurück nach Anchorage, eine Nacht im Motel nutzen wir zum Ausruhen und um unsere Ausrüstung neu zu organisieren, wir haben noch einiges vor. Am nächsten Tag wartet ein Flug nach Dillingham an der Bristol Bay auf uns.

Von hier aus, wieder nur mit dem Wasserflugzeug oder dem Boot zu erreichen, kommt man zum Walrus Island State Sanctuary, einem Schutzgebiet für die mächtigen Walrösser. Einige Tausend tummeln sich während der Saison hier. Die Inseln liegen in der, auch im Sommer, eisigen Bristol Bay.

Das Wetter ist unbeständig und die See ist zumeist rauh. Das sind alles Faktoren, die einen Besuch der Inseln verhindern können. Man sollte auch nicht damit rechnen, planmäßig wieder wegzukommen. Zu oft verhindert das Wetter Flüge oder Schiffsverkehr. Es gibt drei Möglichkeiten, dieses einmalige Schutzgebiet zu besuchen: Man kann eine Tagestour oder eine Bootstour über mehrere Tage unternehmen (nur für erfahrene 'Seebären' empfehlenswert) oder einige Tage auf dem einsamen und primitiven Campingplatz auf der Insel verbringen. Dabei muss man seine gesamte Ausrüstung sowie Verpflegung mitbringen. Die Inseln sind unbewohnt und es gibt keine Einkaufsmöglichkeiten. Entschädigt für alle Strapazen wird man durch ein einmaliges Naturerlebnis, nur hier kann man Walrösser in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen.

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