zu den Studienreisen zu den Natur- und Erlebnisreisen zu den Pilottouren zu den Natur- und Erlebnisreisen zu den Pilottouren zu den Tauchreisen zu den Special Event Reisen

« zurück zu den Reiseberichten

Von Cowboys und weiteren Naturwundern ....


Eine Reise durch den Westen Amerikas - auf dem Pferd und mit dem Mietwagen .....

Bericht und Fotos von Fred Vnoucek


Wer träumt nicht in seiner Jugend von den Rocky Mountains, von Cowboy's und von Indianern ? Bei mir hat es drei Jahrzehnte gedauert, diesen Bubentraum zu erfüllen. Gemeinsam mit Erich Pröll, einem Abenteurer und Filmemacher aus Linz, mache ich mich auf den Weg 'in den Wilden Westen'.

Billings in Montana ist ein guter Ausgangspunkt, nicht weit entfernt von historischen Plätzen aus der noch jungen Geschichte des Landes, der weiten Prärie und dem dem Yellowstone Nationalpark. In der Tasche haben wir eine Einladung der Padlock-Ranch, einer Rinderranch die wahres 'Cowboyleben' verspricht. Erich's gute Kontakte haben diese Einladung ermöglicht. Für ‚normale' Touristen gibt es in den meisten Bundesstaaten Gästefarmen und Ranches, die man bereits von Zuhause aus buchen kann. Vom einfachen Ranchleben mit Teilnahme an den täglichen Arbeiten bis zur Luxusranch mit Swimmingpool und Tennisplatz ist alles möglich. Wichtig ist eine solide Vorinformation. Es macht einen Unterschied, am Tag zwei Stunden im Schritt zu reiten oder den ganzen Tag immer wieder durch wildes Gelände zu galoppieren. Für reiterisch 'vorbelastete' Neocowboy's kann die Teilnahme an einem mehrtägigen Trailritt die Erfüllung aller Wünsche sein. Auch hier gilt: Vorher informieren ist das um und auf eines gelungenen Urlaubes.

Nach wenigen Stunden Fahrt erreichen wir die Ranch, wo wir herzlich aufgenommen werden. Den ersten Tag nutzen wir zu einem Besuch des Schlachtfeldes am Little Bighorn Fluß, einem weniger rühmlichen Kapitel in der Besiedelung Amerikas. Hier haben die vereinten Streitkräfte der Sioux der Kavallerie unter General Custer eine empfindliche Niederlage bereitet. Noch jetzt, mehr als ein Jahrhundert später, kann man sich nicht der Atmosphäre und dem Eindruck dieses historischen Platzes entziehen. Marmorsteine kennzeichnen die Stellen, wo die Soldaten gefallen sind. Höhepunkt ist 'The Last Stand', wo eine große Anzahl dieser Marmorsteine angesammelt steht. Darunter der Stein von Custer, welcher als Einziger nicht hier an Ort und Stelle beerdigt wurde sondern später in West Point seine letzte Ruhe gefunden hat. Wieder zurück auf der Ranch ist das Abenteuer nicht mehr weit, wir fahren zu einem der ‚Aussenposten'. 

Dort ist das Camp errichtet, bei unserem Eintreffen werden bereits Rinder zusammengetrieben und die Arbeitspferde für den nächsten Tag ausgesucht. Diese Tätigkeiten werden nicht ausgeführt sondern zelebriert, man ist stolz darauf ein Cowboy zu sein. Jedoch führt der Weg zum Cowboytum zuerst einmal über den Rücken eines Pferdes. Ich hoffe, ein freundliches Tier ergattert zu haben und ab geht es in die Prärie. Zünftig ausgerüstet mit Stetson und Boots, übergroßer Gürtelschnalle und Chaps kann nichts mehr schiefgehen, wenn das Pferd will oder der Reiter bereits genug Erfahrung und Können aufweisen kann. Pröll reitet seit vielen Jahren und besitzt selber Pferde, bei mir ist es nicht ganz so weit her. Einige Tage beobachten wir die Profis beim Treiben der Rinder, nebenbei geniessen wir die ursprüngliche Landschaft.

Nicht versäumt haben wir den Abstecher in den Yellowstone Nationalpark, wo man neben wildromantischer Landschaft auch Bären, Elche und Bisons beobachten kann. Im Juli und August ist Yellowstone überlaufen, die Vor- und Nachsaison wäre sicher ein guter Tip. Die mehrtägigen Trailritte erschliessen beeindruckende Szenerien. Nach einem interessanten Tag verbringt man den Abend am Lagerfeuer. Steak und Bohnen schmecken besser als in jedem Lokal, die Nacht im Schlafsack unter unzähligen Sternen beeindruckt mehr als jedes Luxushotel. Zurück auf der Ranch nehmen Erich und ich teil am Fangen und Brennen der neugeborenen Kälber. Einige hundert Tiere werden vom eingespielten Team pro Tag gefangen und mit dem Brandeisen gekennzeichnet. Unsere Wege trennen sich, Erich Pröll fliegt zurück ins heimatliche Oberösterreich, ich mache mich auf den Weg in den Süden.

Bei der Fahrt durch den Bundesstaat Utah rwartet mich eine völlig andere Landschaft. Ich bin das satte Grün und die schneebedeckten Gipfel Montanas und Wyomings gewöhnt, um so bizarrer erscheint die Steinwüste des Canyonlands und des Arches Nationalpark.

Zum Glück habe ich mir genug Zeit für diese Tour reserviert, um diese und viele andere Sehenswürdigkeiten wie z.B. den Bryce Canyon oder den Zion Nationalpark ausreichend besichtigen zu können. Fährt man durch das Monument Valley, hat man bereits den südlichen Staat Arizona erreicht und es ist nicht mehr weit zu einem der größten Naturwunder dieser Erde, dem Grand Canyon. Hier hat der Colorado River in Jahrmillionen ein Wunderwerk geschaffen. Nur für den Südwesten der Vereinigten Staaten sollte man mehrere Wochen oder mehr als eine Reise vorsehen. Ich muss aber noch weiter nach Süden, fast bis an die mexikanische Grenze, wo die letzte Woche den krönenden Abschluß der Reise bilden soll. Das Bergland bleibt zurück und die Fahrt führt nun durch Wüste und Kakteenlandschaft, die Heimat der Saguaros, mehrere Meter hohe Riesenkakteen. Nach einem Zwischenstop in Old Tucson, den alten Filmstudios, erreiche ich Tombstone, den berüchtigten Ort des vorigen Jahrhunderts, gelegen am Fuße des 'Boot Hill's'.

Vor etwas mehr als hundert Jahren fand hier eine der berühmtesten Schießereien des Wilden Westens statt, das Duell am O.K. Coral. Es scheint das Tombstone von dieser eher blutrünstigen Vergangenheit ganz gut lebt, alles ist auf Tourismus ausgerichtet aber deswegen nicht weniger interessant. Ich erreiche mein Ziel, die Ironhorse Ranch, wo ich das finde, was ich mir vorgestellt habe. Eine aktive Farm mit Wohnmöglichkeit für Gäste, tägliche Ausritte in die landschaftlich und historisch interessante Umgebung und Kontakt zu den Cowboys und der hilfsbereiten und freundlichen Rancherfamilie. Man wohnt in bequemen und gut ausgestatteten Zimmern in der auf dem Farmgelände nachgebauten Westernstadt Tumbleweed. Hat man keine Lust zum Reiten, kann man an anderen Aktivitäten wie Lassowerfen oder Schiessen teilnehmen. Anfänger können hier auch das Reiten im Westernstil lernen. Ausflüge in die interessanten Umgebung könnten noch Wochen füllen. Aber jeder sollte für sich selbst entdecken, was Spass macht, immerhin sind wir nur Urlaubscowboy's, oder ?

« zurück zu den Reiseberichten


Reisen in diese Region:

Folgende Reisen in diese Region werden derzeit ausgearbeitet:

  • 31.01. - 10.02.2019 / Höhepunkte Floridas

Fotoalben aus dieser Region:

Yellowstone und der Mittlere Westen
Yellowstone im Winter
Canyonland
Florida - Februar 2017

Alle Reiseberichte aus dieser Region: