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Naturreise
Nepal - Indien


Reisebericht und Fotos von Fred Vnoucek


Eine fremde Welt eröffnet sich dem Besucher, wenn er am Internationalen Flughafen von Kathmandu ankommt. Seit einiger Zeit von Österreich aus direkt zu erreichen, hat sich für viele Reisende das Königreich Nepal geöffnet. Panzernashorn im Kathmandu-Tal Das Kathmandu-Tal mit seinen unzähligen kulturellen Höhepunkten ist nicht das Hauptthema dieses Reiseberichtes. Berichtet wird vom Südteil des Landes. Dort liegt der Royal Chitwan Nationalpark, Heimat von Panzernashörnern, Tigern, Wildrindern, Bären und Krokodilen. Auch im Indienteil dieses Berichtes wird die reichhaltige Kultur nur am Rande berührt und das Hauptaugenmerk auf die Natur und Nationalparks gelegt. In den Royal Chitwan Nationalpark kann man von Kathmandu aus fliegen, mit dem Bus erreicht man den Nationalpark auf abenteuerlichen Straßen bequem in einem Tag. Man könnte auch einen Teil der Reise mit dem Schlauchboot, in Form eines Riverraftings, zurücklegen. Für Reisende mit weniger Zeit zur Verfügung empfiehlt sich der Flug - in weniger als einer Stunde erreicht man Meghauly, die Landepiste am Rande des Nationalparks.

Die zweimotorige Maschine der nepalesischen Fluglinie wird mit Musik empfangen, das Gepäck auf Karren geladen. Es gibt mehrere Safarilodges, die meisten liegen knapp außerhalb des Nationalparks. Die einzigartige Tiger Tops Lodge, mit angeschlossenem Luxuszeltlager, liegt im Herzen des Nationalparks. Tiger Tops ist nicht billig, aber der perfekte Platz, um weiter in das Innere des Royal Chitwan vorzudringen. Von Ochsenkarren wird das Gepäck in kurzer Zeit zum Fluß gebracht, welcher die Grenze zu Chitwan darstellt. Bereits hier erkennt man, wie sehr die Einrichtung des Nationalparks von der ständig wachsenden Bevölkerung eingeengt wird. Obwohl der Fluß eine natürliche Barriere bildet, gibt es häufig Zusammenstöße zwischen der ungebändigten Natur und der Bevölkerung. Nashörner dringen in die Plantagen ein und richten Schaden an. Trotzdem findet man in der Bevölkerung weitgehend Verständnis, was nicht überall so ist, wie man im Nachbarland Indien feststellen kann. Natürlich ist Tourismus der Devisenbringer Nummer eins, viele Menschen der umliegenden Dörfer finden Arbeit in den Lodges oder als Führer. Ein Boot bringt Mensch und Gepäck sicher über den Fluß. Am schlammigen Ufer sonnen sich Gaviale, Krokodile mit langen schnabelförmigen Kiefern. Über dem Fluß wartet schon der grün gestrichene Jeep der Tiger Tops Lodge. Bereits auf dem Weg kann man in den Sumpflöchern Schlammkrokodile sehen, manchmal mit weit geöffneten Kiefern. Um die nächste Ecke kann einem bereits das erste der legendären Panzernashörner begegnen. Über vierhundert Stück soll es noch im Nationalpark geben. Außer hier kann man diese Tiere nur noch in Assam in Ostindien antreffen.

Das Haupthaus der Lodge ist umgeben von zwei großen, auf Stelzen ruhenden Gebäuden, in denen sich die Gästezimmer befinden. Jedes der beiden Stockwerke verfügt über einen geräumigen Balkon und Beobachtungsplätze. Der Blick reicht weit über das von Büschen und Elefantengras bewachsene Land.

In der Nähe warten die Elefanten der Lodge bereits auf den ausgedehnten Ausritt. Bis vier Personen werden auf einem festgeschnalltem Holzgestell untergebracht, der Elefant wird von einem Mahut ‚gelenkt‘. Diese Mahut verbringen im Normalfall ihr Leben mit dem selben Elefanten, sind also äußerst vertraut im Umgang mit den Tieren. Der Ritt führt durch Elefantengras, das manchmal bis an den Sitzkorb reicht. Der Mahut kommandiert den Elefanten mit Worten, seinen Zehen und mit einem Holzstock mit massiver Eisenspitze. Es ist unglaublich, wie sensibel und perfekt das massige Tier den Befehlen des kleinen Menschen folgt. Während dieses ersten Ausrittes sehen wir Panzernashörner aus kurzer Distanz, Wildrinder und einen Bären. Bei Sonnenuntergang lockt die Lodge mit einem leckeren Abendessen und gemütlichen Schlafplätzen.

ein Panzernashorn kreuzt unseren Weg Am frühen Morgen, bereits vor Sonnenaufgang, sitzt man bereits wieder auf den Reittieren. Es kann morgens empfindlich kühl sein, Nebelschwaden liegen über dem Land. Ein plötzlich gestikulierender Mahut zeigt an, wenn es was zu sehen gibt. Manchmal sogar eine Mulde im Elefantengras, der Rastplatz eines Tigers. Wegen der dichten Vegetation bekommt man diese Tiere hier sehr selten zu Gesicht, obwohl es noch eine Anzahl davon in Chitwan gibt. Meistens suchen Tiger beim Herannahen der Elefanten das Weite. Es erscheint sehr sicher auf den Elefanten, sogar die sonst manchmal aggressiven Rhinozerosse zollen diesen Reittieren Respekt.

Nur ein Muttertier mit einem jungen Nashorn stellt sich manchmal dem Reitelefanten. Dann verstreichen Sekunden, ehe üblicherweise das Große und das kleine Nashorn schnaubend abdrehen und in die Gegenrichtung von dannen ziehen. ein Panzernashorn kreuzt unseren Weg

Zumindest 2 Ausritte pro Tag werden geboten, dazu eine Bootstour auf dem Fluß oder Ausfahrten mit dem Jeep. Zu Fuß kann man einen Machan - einen Beobachtungsturm – erreichen. Der Fußmarsch dauert ungefähr 15 Minuten. Zur Lodge gehört noch ein Luxuszeltlager, ungefähr fünf Kilometer entfernt. Man wohnt in Steilwandzelten, mit angeschlossenem privaten Badezimmer mit Dusche und WC. Über Kathmandu führt der Flug nach Indien, in die Stadt Varanasi, dem früheren Benares, am heiligen Fluß Ganges. Am Tag der Ankunft empfiehlt sich eine ausgiebige Tour zu Fuß durch die Altstadt. In den engen Gassen tummeln sich viele Menschen, bunt und exotisch. Es begegnen einem Händler, Leichenträger, Heilige Männer und hin und wieder Touristen. Kaum ist Platz, um zur Seite zu weichen. Am Fluß befinden sich die Verbrennungsghats. Anders als in Kathmandu sind hier Zuseher und Touristen unerwünscht, es empfiehlt sich hier auf das Fotografieren zu verzichten. Am nächsten Morgen, noch lange vor Sonnenaufgang, sollte man eine Bootstour auf dem Ganges einplanen. Man kann die Menschen am Flussufer beobachten und ein bißchen an ihrem kargen aber zufriedenen Leben teilnehmen. Während man die Waschungen und Bäder beobachtet, geht hinter dem heiligen Fluß die Sonne als großer roter Ball auf. Der Bootsführer hält gebührend Abstand zu den Verbrennungsplätzen, wo schon Rauch aufsteigt. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, auch hier unter keinen Umständen zu fotografieren. Beinahe täglich gehen Flugzeuge von Benares nach Khajurao. Wie bereits in Nepal gilt auch hier in Indien das Interesse diesmal der Natur und den Tieren. Nach einem Besuch der Tempelanlagen, bekannt wegen verschiedener erotischer Reliefs, führt die Fahrt nach Zentralindien. Nach anstrengenden sieben Stunden Autofahrt trifft man in Bandavgarh ein, einem der ‚Project Tiger‘ Nationalparks.

Die Lodges verschiedener Kategorien liegen um den Haupteingang gruppiert. Hinter einer niederen Steinmauer beginnt der Nationalpark von Bandavgarh. Abends, auf der Terrasse sitzend, vernimmt man die nächtlichen Stimmen des Dschungels, von Zeit zu Zeit auch das Gebrüll eines Tigers. Hier in Bandavgarh verwendet man Jeeps zum Aufspüren der majestätischen Raubkatzen. Ein Netz von Wegen durchzieht die Wildnis. Büsche, Grasflächen und Felsformationen wechseln sich ab, es ist gutes Gelände um den Tiger auch wirklich zu Gesicht zu bekommen. Manche Nationalparks sind so stark bewachsen, dass man schon buchstäblich drauftreten müßte um das Tier zu sehen. Leider gibt es bereits Parks des Tiger-Projektes, in denen man kaum mehr eines der Tiere zu Gesicht bekommt. Falls die Suche erfolgreich ist, beobachtet man vom offenen Jeep aus. Falls die Tiger etwas abseits der Strasse entdeckt werden, stehen rasch Reitelefanten bereit um die Touristen nahe heranzubringen. Irgendwann erhebt sich die Raubkatze und zieht ruhig und gemächlich ab. Nach wenigen Sekunden sind die gut getarnten Tiere verschwunden und unsichtbar. Daneben gibt es noch eine reiche Tierwelt, viele Hirsche, Wildschweine, Vögel und Warane. Morgens und abends finden diese mehrstündigen Jeeptouren statt, die beste Zeit zur Tierbeobachtung. Mittags, wenn es heiß ist, suchen Tier und Mensch Unterschlupf und Schatten. Am Nachmittag, wenn es kühler wird, beenden Tier und Mensch ihre Mittagsschläfchen. Wieder versucht man über einige Stunden sein Glück auf der Suche nach Tigern.

mit einem Reitelefanten auf der Pirsch Weitere 8 Stunden Autofahrt von Bandavgarh entfernt liegt Kanha, ein weiterer Nationalpark des von Indira Gandhi ins Leben gerufenen Tiger-Projektes. Vergleichbar mit Bandavgarh, bietet auch Kanha die Möglichkeit, mit Reitelefanten auf die Pirsch zu gehen. Von erfahrenen Mahuts werden bereits ab dem frühen Morgen Tiger aufgespürt, Touristen werden mit Jeeps zu den Elefanten gebracht.

Dann folgt nur noch ein kurzer Ritt, mit etwas Glück kann man auch hier nahe an die prächtigen Raubkatzen herankommen. Allerdings ist die Beobachtungszeit eingeschränkt, da oftmals bereits wieder Touristen warten, um mit dem selben Elefanten zum Tiger zu reiten. Auf dem Weg nach Neu-Delhi kann man die Städte Jaipur und Agra besuchen. Das Taj Mahal ist ein würdiger Abschluss einer erlebnisreichen Reise, ehe man von Delhi aus nach Wien fliegen kann.

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  • 11 2018 / Tripura, Manipur und Nagaland zum Hornbillfest

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Hornbillfest
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Maharaja-Tour Rajasthan II
Garhwal Himal
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Impressionen einer Tigersafari
Maha Kumbh Mela in Haridwar
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Ladakh 2011: Alchi
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Tabo, Lhalun & Changtang 2011
Nyoma, Alchi & Mangyu 2011
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Kinnaur: Ropa - Pooh - Nako
Spiti: Tabo - Lhalun
Zentralindien März 2013
Südindien 2013
Ladakh
Ladakh Leh Festival
Ladakh Sumdo Alchi Mangyu
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Ladakh-Zanskar-Kaschmir, 5. - 21. 7. 2015
Gujarat mit Mewarfest

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