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Shamsheer -

oder 'wie adoptiere ich einen Riesenelefanten'

Ein Reisebericht und Fotos von Fred Vnoucek


Treffpunkt Singapore, die Wirtschaftsmetropole des fernen Ostens. Mit dabei Erwin Friesenbichler, Profireiseleiter, Dr. Christian Jäger, Freund und Reisekamerad und ich selber. Bei einem gemütlichen Drink werden abends die Pläne und Unternehmungen der nächsten Wochen durchgesprochen. Es sind nur wenige Stunden Zeit zum Erholen, früh geht der bequeme Direktflug der Singapore Airlines nach Kathmandu, der Hauptstadt des Himalayastaates.

Nach einigen Stunden landen wir sicher und pünktlich auf dem Internationalen Flughafen von Kathmandu. Bereits jetzt erhalten wir den 'Vorgeschmack' einer anderen Welt. An diesem Tag werden hier zwei Internationale Flüge abgefertigt. In London oder Frankfurt werden 2 Flüge pro Minute abgefertigt. Es empfängt uns der Agenturchef Hari Thapa. Groß ist die Freude des Wiedersehens nach 3 Jahren. Nachdem das Gepäck versorgt ist geht's in das rustikale Hotel Shanker im Herzen der Stadt. Nicht in der Kategorie First Class einzuordnen, besticht das Hotel durch ein koloniales Flair, die Zimmer sind nett und sauber. Wir fühlen uns sofort wohl. Hari entführt uns zu einem typischen Mahl, es wird exzellent gespeist, getrunken und geplaudert. Als Kontrast sind die Kremationen in der Anlage des Pashupatinath, einem der größten und wichtigsten Tempelanlagen, für den nächsten Morgen vorgesehen. Darüber schweigt der Autor in Zurückhaltung. Eine Stadtrundfahrt zeigt einmal mehr, das Kathmandu zu den beeindruckendsten Städten der Welt zählt.

Nun wird's ernst, wir haben beschlossen, den Chitwan-Nationalpark im Süden von Nepal auf ungewöhnliche Weise zu erreichen - per River Rafting. Ein 'Briefing' durch den Rafting-Leiter gibt uns Informationen und die Sicherheit, die nächsten Tage unbeschadet zu überstehen. Frühmorgens bringen uns einige Stunden Autofahrt zur Einstiegsstelle, hier wird das Gummifloß vorbereitet, mit dem wasserdicht verpacktem Gepäck beladen und ab geht es in die Fluten des Himalaya-Flußes. Nach wenigen Minuten ist man durch und durch nass, das wird sich aber während der nächsten Tage nicht mehr ändern und man gewöhnt sich daran. Wir stellen fest, das Rafting hier relativ einfach und ungefährlich ist. Wir lernen, mit der 'Seele zu baumeln', einfach das Dahingleiten zu genießen und die nun bereits fernen Sorgen des Alltags zu vergessen. Einen großen Beitrag dazu liefert die Nacht im Zelt auf einer Sandbank, versüßt durch exzellentes Mahl und aufregende Gespräche mit der Rafting Crew. Die Crew wird von unserem anderen Partner in Nepal, Tiger Mountain, gestellt und ist hervorragend trainiert. Alle Handgriffe sitzen perfekt. So erreichen wir sicher unser Hauptziel, den 'Royal Chitwan' - Nationalpark im Süden, nicht weit von der Grenze zu Indien entfernt.

Abgeholt für die Fahrt zu unserem nächsten Quartier, der Tharu Safari Lodge, werden wir pünktlichst und wie geplant. Die Lodge ist einfach und sehr rustikal, am Rande des Nationalparks gelegen. Christian und Erwin drehen eine Runde mit dem Ochsenkarren, während ich mich für einen Ritt durch die Gegend auf einem der Polopferde der Lodge entschließe. Abends gibt es Folklore pur, die von Tiger Mountain aufgebaute Infrastruktur der Lodge und des Ortes beeindrucken, man sieht dass es für die Einheimischen keine lästige Pflicht darstellt sondern Spaß bedeutet, mit uns Touristen ins Gespräch zu kommen. Überhaupt hat man im ganzen Land Nepal ein extrem gutes Gefühl, willkommen zu sein und nicht nur als Lieferant harter Devisen betrachtet zu werden. Entsprechend gut drauf, besteigen wir den Ochsenkarren, der uns zum Fluß bringt. Dort werden wir 'umgeladen' in ein Boot, das uns über den Fluß direkt in den Chitwan Park bringt.

Bereits nach wenigen Minuten erwartet uns ein Panzernashorn, von denen hier noch ungefähr vierhundert Stück existieren. Wieder geben die Fotoapparate ihr bestes und Bild um Bild wird belichtet. Noch wissen wir nicht, das in den nächsten Tagen noch oftmals Gelegenheit sein wird, die beeindruckenden, urweltlichen Tiere zu sehen. Die ersten Nächte werden wir in der weltberühmten Tiger Tops Lodge verbringen, empfangen werden wir von John Edwards. Danach wechseln wir in das dazugehörende luxuriöse ‚Tiger Tops Tentet Camp, noch weiter im Dschungel gelegen. ES passiert bereits am ersten Tag. Dr. Christian Jäger, von Natur aus knapp 2 Meter gross, trifft auf den größten 'Tusker' (stosszahntragender männlicher Elefant) des Landes - Shamsheer. Daraus entwickelt sich eine Freundschaft, die ein Leben lang halten wird.

Vom Elefanten aus erforscht man die Wildnis, Begegnungen mit Wildrindern, Nashörnern und Bären sind an der Tagesordnung. Mit Glück kann man auch den äußerst seltenen Bengalischen Königstiger beobachten. Nach den Ausritten erholt man sich in Unterkünften, die vorher von illustren Persönlichkeiten wie Hillary Clinton, Mick Jagger oder Goldie Hawn bewohnt wurden, um nur einige zu nennen. Abends wird von Christian nach dem zweiten Gin Tonic erstmals erwogen, einen Elefanten zu adoptieren und ins heimatliche Amstetten zu bringen. Nicht 'einen', sondern 'den' Elefanten, natürlich Shamsheer, den Riesen mit den gigantischen Stosszähnen. Auch im Zeltlager ist die Atmosphäre unbeschreiblich. Unter dem sternenklaren Himmel verwöhnt uns der Luxus von eigener Dusche und eigenem WC, untergebracht in einem Zeltanbau. Ein Genuss nach einem anstrengendem Safaritag. Auch hier werden die Ausritte auf Elefanten gemacht, das kann nach einigen Stunden zu Sitzbeschwerden oder Verspannungen führen.

Die Adoptionspläne für Shamsheer nehmen allmählich Form an, nachdem John dafür gesorgt hat dass uns auch hier die gewohnten Reittiere erwarten. Unvergeßliche Naturerlebnisse prägen die nächsten Tage. Die Zeit bis zu unserer Abreise vergeht wie im Fluge - und mit dem Flugzeug geht es zurück nach Kathmandu. Zurück bleibt ein trauriger Riesenelefant, der sich auch über 50 Dollar Trinkgeld nicht freuen konnte und mit uns kommt ein trauriger Christian, der sich nicht damit abfinden kann, dass Shamsheer besser in seinem Heimatland aufgehoben ist als im klimatisch fremden Niederösterreich. Den Abschiedsworten 'ich komm wieder mein Freund' haben sich auch Erwin und ich vorbehaltlos angeschlossen.

Nachsatz: Nach 4 Jahren kommt es zu einem Wiedersehen zwischen John und Christian. Die erste Frage von Christian war: wie geht es Shamsheer........

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