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Wohnen wie ein Maharaja


Text und Fotos: Prof. Hans Först

Wenn Sie auch im Urlaub Wert auf Luxus und Individualität legen, wenn Sie Ihren Urlaub in einem außergewöhnlichen Ambiente genießen wollen, versuchen Sie doch eines der Palasthotels in Indiens westlicher Provinz Rajasthan.

Kunwar Gajendra Sing, 19. Nachkomme der königlichen Dynastie von Khimsar, und seine Gemahlin Kunwrani Priti halten Hof im Park ihres Palastes aus dem 16. Jhdt.. Während weißgekleidete Diener mit riesigen farbenprächtigen Turbanen Tee aus silbernen Kannen servieren und sich hernach rückwärts gehend wieder entfernen, erzählt der "Maharaja zum Anfassen" von vergangenen Zeiten und von der gegenwärtigen, schwierigen Situation. "1523 erbaute unser Ahnherr Rao Karamsiji, 8. Sohn des Gründers von Jodhpur, dieses Fort. Khimsar am Rande der großen Wüste Thar war über Jahrhunderte eines der bedeutendsten Fürstentümer zwischen Jodhpur und Bikaner. Doch mit der Unabhängigkeit endete unsere Herrschaft über das Land und seine Menschen. Als dann 1970 Ministerpräsidentin Indira Ghandi die vertraglich vereinbarten staatlichen Zahlungen an uns einstellte, standen wir ohne Einkommen da. Mein Vater Onkar Singh faßte damals den Entschluß, Khimsar zu einem Hotel umzubauen, um Gästen die Möglichkeit zu geben, eine Ahnung von vergangener Lebensart und Pracht zu bieten."

Nach dem Dinner bei Kerzenschein auf der alten Bastion Fateh Mahal unter dem helleuchtenden Sternenhimmel unterhalten Puppenspierl, Gaukler und Tänzerinnen im weitläufigen Park die Gäste, bevor sich diese in ihre Himmelbetten zurückziehen.

Seinen Namen erhielt Rajasthan, das "Land der Könige" von den Rajputen. Diese "Söhne der Könige" , wahrscheinlich Nachkommen eines altiranischen Volkes, wanderten vor mehr als tausend Jahren aus Nordwesten ein. Wegen ihres kriegerischen Wesens wurden sie von der Bevölkerung als Herren akzeptiert, von den Brahmanen, angesichts der islamischen Bedrohung damals sogar in die Kriegerkaste aufgenommen. Und tatsächlich wurden die Rajputen zu den glühendsten Verteidigern des Hinduismus, den islamischen Eroberern gelang es nie, ganz Rajasthan einzunehmen. Symbole für die große Freiheitsliebe der stolzen Rajputen und erbitterten Kämpfe um den kahlen Boden sind die zahlreichen imposanten Burgen und Forts.

Im 18. und 19. Jahrhundert verstanden es die Engländer durch Aufrechterhaltung der alten Machtverhältnisse die Maharajas für ihre Interessen zu gewinnen. Sie verzichteten bewußt auf eine formelle Annexion der Fürstentümer und machten so die Rajas zu loyalen Vasallen der britischen Krone. Die indischen Fürsten regierten im Auftrag Ihrer Majestät der englischen Königin mit unvorstellbarem Luxus und Aufwand. Die Berichte von den Extravaganzen der Maharajas, ihren Schätzen, den großartigen Tiger- und Leopardenjagden und Festbanketts ließen in Europa die Vorstellung vom märchenhaften Indien entstehen.

Hunderte Maharajas, Nawabs und Nizams regierten - gleichsam von Londons Gnaden - bis 1947. Indira Gandhi schickte 1970 die entmachteten Feudalherren ins Museum der indischen Geschichte, machte sie zu Privatpersonen und strich ihnen staatliche Renten und Privilegien. Nur ihre Paläste, Forts und Jagdschlosser durften sie behalten. Um sie vor dem Zerfall zu bewahren, wurden sie restauriert und den Anforderungen der Touristen angepaßt. Es entstand eine Kette von Heritage-Hotels, Grundlage für den Tourismusslogan "Lebe wie ein Maharaja".

Heritage-Hotels, das heißt meist zahllose Türmchen, Balkone, Arkaden, Säulengänge, großzügige Auffahrten, aus Stein geschnittene feine Fenstergitter und Reste alter Befestigungsanlagen, Spiegelsäle, marmorweiße Swimming-Pools, Himmelbetten, viel Teak, Marmor, Plüsch und Damast, vergilbte Maharaja-Ahnengalerien, Tiger- und Leopardenfelle an den Wänden, schnauzbärtige Turbanmänner als Kofferträger und Kellner. Palast-Hotels bedeutet Nostalgie und Atmosphäre, die auch der Einzug von Kreditkarten, Fax und Internet nicht zerstören konnte. Dabei muß man jedoch meist nicht auf die Annehmlichkeiten der 5* Kategorie verzichten: Aircondition, Pool, Fitnessraum, Ayurvedabehandlung, Massage und Sauna.

Ein Kleinod unter den stimmungsvollen Heritage-Hotels ist das exklusive Samode Palace, rund 50 km nördlich von Jaipur inmitten der kargen Aravalli-Berge, Kulisse zahlreicher Foto-Sessions und Reportagen von Lifestyle-Magazinen. Mit viel Liebe hat die jüngste Generation der Ravals ihren ehemaligen Sommerpalast in eine 5-Sterne Fata Morgana verwandelt.

Eine besondere Attraktion bietet sicher Udaipur, die "weiße Stadt" im Süden mit den herrlichen Bauten am Picchola-See. Wie Bilder einer Märchenoper spiegeln sich die weiß schimmernden filigranen Fassaden des Lake Palace Hotels, eines ehemaligen Sommerpalastes, im See. Königin Elizabeth und Präsident Kennedy zählten zu seinen Gästen.

Erst 1982 eröffnete das jetzige Oberhaupt der Maharajafamilie, der reichsten Rajasthans, in einem Flügel des Stadtpalastes gegenüber dem Lake Palace eines der exklusivsten Hotels in Indien, das Shiv Nivas, das dem James Bond Film "Octopussy" mit Roger Moore als Kulisse diente. Nur 31 Zimmer, darunter 4 historische, 3 Royal - und 2 Imperial-Suiten. Im Innenhof ein kleiner Mogul-Garten mit geometrisch angelegten Blumenrabatten, plätschernden Fontänen, alles in Marmor. Unvergesslich hier ein Candlelight-dinner.

Mehr einer Kathedrale ähnelt das von 4000 Arbeitern in 15 Jahren aus rotem Sandstein erbaute Umaid Bhavan Palace in Jodhpur. Die Maharani-Suite mit dem schwarzen Marmorbad gilt als klassisches Beispiel für Art deco. Der jetzige Raja Mr. Gaj Singh, von seinen Untergebenen noch immer mit "His Highness" angesprochen, lebt mit seiner Maharani und der "Queen mother" in einem Seitenflügel. Gegen harte Dollars stellt er sogar den ehemaligen Salonzug mit Familienwappen, den "Palace on Wheels" Touristen zur Verfügung, meist für eine Fahrt durch die Wüste Thar nach Jaisalmer im Westen. Die Abteile haben holzgetäfelte Wände mit kunstvollen Intarsien, und jedes Schlafabteil ist mit eigener Dusche/WC ausgestattet.

Allgemein bekannt ist auch Jaipurs Rambagh Palace, die ehemalige Residenz des Maharaja von Jaipur, das wie das Lake Palace das Klischeebild vom Märchenland Indien symbolisiert. Schon in den 30er Jahren baute His Highness Man Singh eine Squash Halle, Tennisplätze und einen überdachten Swimmingpool. Einen Drink auf der majestätischen Terrasse mit Blick auf die im Garten stolzierenden Pfaue sollte man nicht versäumen.

Daneben gibt es eine Anzahl kleinerer, abseits gelegener, mitunter aber sehr stimmungsvoller Herbergen wie das eingangs erwähnte Khimsar, oder Fort Neemrana, Mandawa Castle oder Dundlod Fort oder Rawla Narlai, wo man mit Blumen und Musik empfangen wird.

Beim abendlichen "drink before dinner" , einem typischen kolonialen Relikt und small talk mit dem Maharaja oder der Maharani in historischem Ambiente spürt sogar der abgebrühte Ferntourist das Besondere und die Aura einer vergangenen Zeit.

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