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Afrika - Im Land der Masai


Bericht und Fotos von Erich Rohaczek


Etwas skeptisch betrachtete ich den Steuerknüppel der DC 3 Dakota, der sich zugleich mit dem Steuerruder auf Grund einer Windböe nervös bewegt, obwohl sich das Flugzeug noch am Boden des Flugplatzes von Nairobi befindet. Der Flug in das Masai-Mara-Reservat wird noch immer mit diesen bereits über vierzig Jahren alten Fliegern unternommen. Bei schönem Wetter wird man durch die geringe Flughöhe, mit einer wundervollen Aussicht auf die Savanne sowie den darin befindlichen Tierreichtum belohnt. Nach einem leicht turbulenten Flug, landen wir mit einem sanften Ruck auf der staubig trockenen Piste. Wir überqueren auf einem kleinen Holzboot den Fluss Mara der diesem Gebiet auch seinem Namen gab, und sind nun endlich am begehrten Ziel beim "Governor`s Campe". Einem Zeltlager am Fluss mitten unter den Tieren der Wildnis.

Am nächsten Morgen beim öffnen unseres Zeltes blicke ich plötzlich in das erstaunte Gesicht eines Pavians welcher bei der Suche nach Essbaren, überrascht die Flucht ergreift. Etwas weiter dahinter im nahen Sumpfgebiet bemerke ich zwei Hippos (Flusspferde) welche gerade genüsslich frisches Sumpfgras verzehren. Ich denke in diesem Moment, hier sieht es aus wie im "Garten Eden". Doch keine Zeit zum philosophieren, nach einem zeitigen Frühstück kann das Abenteuer beginnen. Mit zwei geländegängigen Autos statten wir dem Reservat einen Besuch ab. Die beste Zeit jagenden Geparden oder Löwen zu beobachten ist die Abenddämmerung oder frühzeitig am Morgen.

Elefantenbulle Plötzlich ein rascheln und der riesige Kopf eines Elefantenbullen zeigt sich zwischen einer Baumgruppe. Er ist nicht allein, eine kleine Gruppe mit zwei jungen Elefanten befindet sich einige Meter dahinter. Die Tiere zeigen keine Scheu, denn sie sind die Autos bereits gewöhnt, und so können wir einige eindrucksvolle Fotos machen.

Am Horizont erkenne ich einige dunkle Flecken, die plötzlich zu wandern beginnen. Da erklärt mir "Halim" unser Fahrer, dass es sich hier um eine riesige Herde von Gnus und Antilopen handelt. Da wird uns der gewaltige Tierreichtum der Masai-Mara das erste mal bewusst.

Bis September kann man die Herden beobachten, dann erfolgt der große Aufbruch nach Tansania beim einsetzen der Regenzeit. Anfang Juni werden sie dann wieder von Tansania aufbrechen, um bis Mitte Juli in die Masai-Mara zurückzukehren. Als es sehr heiß zu werden beginnt, entschließen wir uns dem Fluß Mara einen Besuch abzustatten. Beim Blick über die Flußkante bemerken wir eine riesige Gruppe von Flußpferden, die hier anscheinend „Siesta“ macht. Diese friedlich scheinenden Tiere werden durch ihr plumpes aussehen leider immer noch unterschätzt. Ihre Friedfertigkeit kann jedoch bei betreten ihres Territoriums schnell in Angriffslust übergehen, und ihre gewaltigen Eckzähne sind dabei eine gefährliche Waffe. Laut Statistik gibt es angeblich mehr tödliche Unfälle mit Flußpferden als mit Löwen. Durch eine unachtsame Bewegung eines Flußpferdes, gibt es plötzlich einen riesigen Aufruhr der sich nach langer Zeit erst wieder beruhigen sollte. Vor Erreichen unseres Camps, begegnen wir noch einer scheuen Herde „Ducker“ – einer kleinen Antilopenart. Die Paviane sind wirklich allgegenwärtig, beim Essen kommen sie bettelnd auf kaum einen Meter nahe.

Der Rest des Tages, wird in der Hängematte verbracht mit Blick auf unseren kleinen Wundersumpf, wo sich meist Tier aufhalten. Ein Sekretär der suchend durch den Sumpf stelzt oder ein grunzendes Flusspferd welches sich genüsslich im Schlamm wälzt. Erst jetzt wird mir das umsichtige Auge unserer Wächter bewusst, welche stets ein Gewehr großen Kalibers mit sich tragen. Als die Dämmerung kommt, machen wir uns mit den Geländefahrzeugen wieder auf den Weg. Ohne Kfz wäre es nun lebensgefährlich, denn am Abend beginnt die Jagdzeit der großen Raubtiere.

Und tatsächlich sehen wir zwei Geparden welche angespannt eine Gruppe Topis beobachtet. Mit langsam geschmeidigen Bewegungen, nähern sie sich vorsichtig in geduckter Haltung, der nichtsahnenden Herde. Der Wind kommt ihnen entgegen und das Savannengras bietet eine zusätzliche Tarnung. Unsere Geduld sollte sich nach 1 Stunde bezahlt machen, plötzlich beginnt einer der Geparden los zu laufen, die Herde springt auseinander, ein Tier verletzt sich dabei am Fuß.

Ein zweites Tier wird vom zweiten Geparden mit voller Wucht zu Boden gerissen, ein kurzer Biss in die Kehle und das Tier fällt zu Boden. Nun stürzt sich auch der Zweite Gepard auf das Topi und die Jagd ist beendet. Das zweite Topi, welches sich durch den Schreck ausrutschte und dadurch den Fuß verletzte, sollte ebenfalls nicht die Nacht überleben. Gepard mit erlegtem Topi Am nächsten Morgen bemerken wir einige Löwen, welche sich bereits die Reste von dem Tier teilten. Dahinter warteten bereits Geier und Schakale auf die letzten Reste. Die Natur kennt kein erbarmen, kranke Tier werden nicht alt. Man kann dieses Spektakel auch aus einem Heißluftballon betrachten, und lautlos über die Artenreiche Wildnis gleiten – „fahren“. Auf unserer Suche nach den seltenen und scheuen Leoparden welche bei den geringsten Geräuschen bereits in die Bäume flüchten, stoßen wir auf eine Löwenfamilie.

Im Abstand von nur wenigen Metern ziehen die Löwenjungen gefolgt von ihrer aufmerksamen Mutter an uns vorbei. Wir verharren dabei regungs- und geräuschlos in unserem offenen Jeep. Im Hintergrund liegt der "König der Tiere" (Löwenvater) und verfolgt jeden Schritt seines Nachwuchses.

Kaffernbüffel Einen Tag später hätten wir faßt einen Kampf zwischen einem Löwen und einem Kaffernbüffel erlebt. Diese als sehr angriffslustig bekannten Büffel können selbst einem ausgewachsenen Löwen gefährlich werden, deshalb werden diese meist von mehreren Weibchen strategisch gejagt.

Eines Abends hörten wir in der stille der Nacht ein verdächtiges Geräusch um unser Camp und so leuchte ich mit einer Lampe vorsichtig in die Finsternis. Im selben Moment erschraken wir als wir das funkeln der vielen Augen einer Kaffernbüffelherde im Nahbereich unseres Zeltes bemerken. Selbst die großkalibrigen Gewehre unserer Wächter können eine laufende Büffelherde mehr stoppen. Ein einprägsames Erlebnis bereitete uns auch der letzte Tag. Wir sehen endlich nach langer Suche ein "Spitzmaulnashorn", denn auch in der Masai Mara wurde diese Art leider schon sehr dezimiert. Da es sich anscheinend keinen Partner gefunden hatte, wurde ein Elefant nun sein ständiger Begleiter. Ein Ehepaar also, das nicht der gleichen Art entspricht, jedoch in der Partnernot Akzeptanz findet. Nach nun abenteuerlichen 10 Tagen in der Masi Mara, entschließen wir uns nun über Nairobi nach Mombasa zu fliegen, um die restlichen Tage am Wasser zu verbringen. Es sollte jedoch anders kommen:

Ein guter Bekannter hatte eine Tour in den Tsavo Nationalpark organisiert. Mit einer Fläche von 208 Quadratkilometern ist er der größte des Landes. So verlassen wir, zusammen 6 Personen, frühzeitig am Morgen unser Hotel und begeben uns wieder in das Reich der Tiere. Diesmal sollte es jedoch das Schicksal nicht so gut mit uns meinen, denn diese vermeintlich gut organisierte Tour stellte sich bald als sehr laienhaft heraus.

Das Geländefahrzeug war in einem sehr fahrlässigen Zustand und der Fahrer sowie sein Begleiter welche aus Spanien stammten, waren nicht sehr ortskundig. Nach ca. 1 Stunde Fahrt zu einer Lodge beginnt das Fahrzeug zum erstenmal zu streiken und wegen überhitzten Motors müssen wir eine zwangsmässige Pause einlegen. Angeblich sei zu wenig Wasser im Kühler usw... . Endlich bei der Lodge angekommen wird uns nach einiger Zeit der fahrbereite Zustand des Fahrzeuges gemeldet. Die Eindrücke von einem kleinen See vor der Lodge wo Flamingo, Löffelreiher und Marabus zu beobachten waren, sind dennoch unvergesslich. Doch der Artenreichtum der Masai Mara kann hier nur annähernd erreicht werden. Die Rückfahrt beginnt, wir sind bereits etwa eine Stunde unterwegs. Ich beobachte gerade eine Giraffe welche genüsslich die Blätter eines Akazienbaumes frisst, als wieder ein verdächtiges Rucken an unserem Fahrzeug wahrzunehmen ist. Nach einigen hundert Metern später ein zischen ein Ruck und wir stehen. Eine geringe Hoffnung haben wir noch, dass es sich vielleicht nur um fehlendes Wasser im Kühler handelt. Doch nun stellt sicher leider heraus, dass unsere beiden Fahrer weder Wasser noch Proviant mithaben. Nach kurzer Motorinspektion wird festgestellt das es sich um einen sogenannten Kolbenfresser auf Grund des fehlenden Motoröls sowie auch fast lehren Wasserkühler handeln dürfte.

Die Dämmerung bricht herein, die Temperatur beginnt zu sinken und die Raubtiere gehen auf Jagd, eine feine Situation. Wir überlegen kurz und beschließen ein kleines Feuer anzumachen, das die Tiere fernhalten und uns ohne Ausrüstung, wärmen soll. Der Beifahrer beschließt plötzlich zur nächsten Lodge zu gehen welche ca. 50 km weit weg ist. Wir können ihn jedoch überzeugen das es sich hiebei um fast sicheren Selbstmord handeln würde, denn die Raubtiere um die Lodge würden wahrscheinlich keine Ausnahme bei Ihm machen. Als die Situation den Tiefpunkt erreicht und wir kaum noch einen Ausweg sehen, tauchen plötzlich zwei Scheinwerfer in der Finsternis auf. Vorsichtig bleibt das Fahrzeug auf einige Distanz stehen, da meist angenommen wird am Abend auf Wilderer zu treffen. Langsam nähert sich ein Mann und beginnt in Englisch zu rufen „was ist geschehen – woher kommt Ihr“. Nach Erklärung unserer Situation, gibt er sich als Forscher von Wildtieren erkennen. Er hätte einen Auftrag von „BBC“ um das Leben von Wildhunden hier zu dokumentieren. Er bietet uns seine Hilfe an und versucht sogar unser Fahrzeug abzuschleppen. Nachdem jedoch das Seil danach drei mal hintereinander reißt, lassen wir das Fahrzeug in einer Schlammlacke stehen. Nun beginnt ein Rennen gegen die Zeit, um noch rechtzeitig unseren Flug nach Hause zu kriegen. Nach Erreichen der Grenze des Nationalpark, stoppen uns plötzlich zwei Ranger mit Gewehren im Anschlag und fordern uns auf, unser Fahrzeug zu verlassen. In diesen Moment schaltet sich der englische Forscher rettend ein, welcher perfekt Suaheli spricht. Er zeigt seinen Forschungsauftrag vor und erklärt unsere missliche Lage. Unser Fahrer jedoch wird aufgefordert, bis zur endgültigen Klärung des Vorfalls auf der Station zu bleiben. Gegen Mitternacht erreichen wir eine Tankstelle, wo wir uns von dem hilfsbereiten Forscher verabschieden müssen, da er leider in eine andere Richtung fährt. Nach kurzer Suche ergibt sich die Möglichkeit auf der Ladefläche einen LKW nach Mombasa mitzufahren. Es ist 2.00 h Morgens, wir sind nun am Stadtrand von Mombasa und suchen wieder nach einer Mitfahrgelegenheit. Da bieten uns zwei Afrikaner an, uns in ihren beiden Autos gegen Bezahlung mitzunehmen. Also, so eine Art schwarzes Taxi mit schwarzem Fahrer.

Wir willigen erleichtert ein, als plötzlich ein großgewachsener zweiter Afrikaner vorne Platz nimmt.
Unsere Unsicherheit beginnt zu wachsen, da wir 6 Personen gesamt nun auf zwei Fahrzeuge aufgeteilt sind. Der letzte Tag vor der Heimreise jeder hat seinen Reisepass sowie das Geld bereits aus dem Hoteltresor bei sich. Da bemerken wir plötzlich, dass hinter uns das zweite Fahrzeug fehlt, und unser Fahrer leichte Problem hat das Auto auf der Fahrbahn zu lenken.
Er steuert gezielt auf entgegenkommende Fahrzeuge und verreist im letzten Moment in die Gegenrichtung. Bei einer Verkehrskontrolle, wird mit etwas Geld das Problem vom Beifahrer gelöst... unglaublich! ?
Nach einiger Zeit sind wir wider mit dem zweiten PKW vereint welcher ein Problem mangels Benzin hatte, also "Gott Lob" doch kein Überfall. Eine halbe Stunde vor Transfer erreichen wir das Hotel, beginnen zu packen und kommen tatsächlich noch rechtzeitig zum Flughafen.

Ein ereignisreiches Erlebnis mit einigen Erfahrungen mehr, ging doch noch gut zu Ende!

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