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Bergwanderung auf den Klimandscharo


das Dach Afrikas, Gipfel 5895m, 4. bis 9. März 1997

... Reisebericht von Johann Hauser


Ein fast perfekt geformter Vulkankegel, mit Schnee bedeckt und noch nicht erloschen, ist der "Mount Kili" einer der spektakulärsten Berge des afrikanischen Kontinents und mit 5895m der höchste Gipfel Afrikas.

Bergwanderung auf den Klimandscharo Wir sind zu dritt und kommen mit dem Lokalbus von Mombasa in Kenya am 1. März in Moshi /Tanzania an, Ausgangspunkt für die meisten Trekkings auf den Berg. Dort organisieren wir uns über eine kleine lokale Agentur die Tour mit Bergführer, Träger, Ausrüstung und Verpflegung. Wir wählen nicht die übliche 5-tägige "Coco-Cola-Route" , sondern die etwas schwierigere "Whisky-Route" von Machame aus, und ausserdem planen wir noch einen zusätzlichen Tag auf dem Shira-Plateau ein.

Am ersten Tag fahren wir mit Geländewagen erst durch landwirtschaftlich genutztes Land zum eigentlichen Fuß des Berges, wo wir dann durch üppigen Regenwald und, wie es sich gehört auch, etwas Regen, bergan marschieren. Am späten Nachmittag erreichen wir unser erstes Camp, Machame Hut, auf 3000m Seehöhe. Dort warten bereits unserere Träger auf uns. Obwohl sie zum Teil barfuß und mit unseren großen Rucksäcken marschieren, sind sie um einiges schneller als wir unterwegs. Auch haben sie schon das Essen vorbereitet, einfach, aber nach so einer Wanderung schmeckt es umso besser.

Bergwanderung auf den Klimandscharo Die Nacht im Zelt ist bereits ein wenig kühl und beim Frühstück weht uns frischer Wind um die Ohren. Danach geht es weiter auf 3800m zum Shira Plateau, wo wir zwei Nächte bleiben. Die Vegetation ändert sich gewaltig mit dem Höhenunterschied. Kein tropischer Regenwald mehr sondern alpine Fauna stattdessen, mit vielen Pflanzen, die es nur hier gibt, fantastisch!

Bergwanderung auf den Klimandscharo Am dritten Tag unternehmen wir "nur" einen kleinen Rundgang von ein paar Stunden. Eigentlich ist hier auf dem Plateau ein weiterer Vulkan, der Shira. Zusammen mit Kibo und Mawenzi formten diese Vulkane vor ungefähr 750 Tausend Jahren den Kilimandscharo. Die Nebel ziehen und es ist auch schon empfindlich kalt, kleine Wasserflächen haben morgens eine Eisschicht. Diesen Tag hatten wir zur Akklimatisation eingefügt, da wir uns die beste Chance geben wollten, den Gipfel zu erreichen. Wir wissen, dass viele Touristen, auch junge und sehr durchtrainierte Sportler, wegen der Höhenkrankheit es nicht bis zum Gipfel schaffen. Am vierten Tag haben wir einen weiteren drastischen Vegetationswechsel. Wir können wunderschöne Ausblicke genießen, auch hinüber zum " nur 4565 m hohen" Mount Meru. Nachts hat es auf dem Gipfel des Kili, dem Kibo Krater, geschneit, was natürlich ein spektakulärer Anblick ist, vor allem mit einer Landschaft im Vordergrund, die an Bilder vom Mond erinnern. Wir merken auch deutlich, dass hier die Luft immer dünner wird und wir bewegen uns nur mehr "pole pole" . Nach einem langen und anstrengenden Marsch erreichen wir endlich auf 4850m die Arrow Glacier Hut. Es ist hoch, es ist kalt und wir bereiten uns in unserem Zelt auf die kürzeste Nacht vor.

Wir haben kaum geschlafen, da werden wir kurz nach Mitternacht wieder geweckt und jetzt wird es richtig ernst. Wir haben mittlerweilen auch das letzte Stück Kleidung angezogen, denn es ist bitter kalt. Ausserdem ist es stockdunkel, aber wir müssen los. Einer der Träger wird uns als zweiter Führer begleiten. Zu fünft brechen wir auf. Mehr als tausend Höhenmeter trennen uns noch vom Gipfel und der Anstieg ist keine Wanderung mehr sondern schon fast ein Klettern in einer zum Teil steilen und schwierigen Wand.

Bergwanderung auf den Klimandscharo Um 6 Uhr früh zum Sonnenaufgang erreichen wir den Rand des Gletschers. Dieser Gletscher hat auch dem Berg seinen Namen gegeben. In Suhaeli heisst er "eisbedeckter Berg" , leider wird auch dieser Gletscher immer kleiner.

Bergwanderung auf den Klimandscharo Zwei Stunden später erreichen wir endlich den Gipfel. Ich fühle mich nicht sehr gut, mein Kopf droht zu platzen, ich habe Durchfall, den anderen geht es auch nicht viel besser, aber wir haben es geschafft!! Natürlich machen wir auch das Beweisfoto mit der Tafel auf der steht: "Du bist auf dem Uhuru Peak (Freiheitsgipfel), dem höchsten Punkt Afrikas." Dann noch ein Panoramafoto und wir versuchen den großartigen Ausblick über die Weitzen Afrikas zu genießen.

Bergwanderung auf den Klimandscharo Aber dann sind wir froh, dass es wieder bergab geht und die Luft auch wieder langsam dicker wird. Der Weg runter an diesem fünften Tag ist extrem lang, aber wir befinden uns auf dem Marangu-Trail, also auf der leichteren "Coca-Cola-Route" . Wir wandern am dritten Krater Mawenzi vorbei. Am späten Nachmittag erreichen wir endlich müde und ausgelaugt die Mandara Hütte, wo wir wieder gut und ausgiebig schlafen können. Weiter geht es dann am sechsten Tag durch den Regenwald zum Eingang des Nationalsparks. Dort gibt es die obligate Urkunde über die Bergbesteigung, auf die wir natürlich auch heute noch stolz sind. Wir verabschieden uns von unseren Führern und Trägern und verteilen die Trinkgelder, die eigentlich von Anfang an festgesetzt waren und die einen wichtigen Bestandteil des Verdienstes dieser "guten Geister" ausmachen. Es wartet auch bereits ein Geländewagen auf uns und wir werden zurück nach Moshi gebracht.

Von dort aus geht es dann weiter nach Arusha für eine Safari in die Srengeti, aber das ist eine andere Geschichte...

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